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	<title>Besser 2.0 &#187; Change Management</title>
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		<title>Enterprise 2.0 und die Kuh im Propeller</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 07:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone Happ, Frank Wolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Change Management]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Natives]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturwandel]]></category>
		<category><![CDATA[social software]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Genosse Grigori Kossonossow, der Wächter der Fliegerschule, fährt auf Urlaub in sein Heimatdorf und will dort den Bauern das Flugwesen erklären – mit sehr zweifelhaftem Erfolg <img src='http://www.besser20.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> <a href="http://www.lastfm.de/music/Manfred+Krug/_/Die+Kuh+Im+Propeller" target="_blank"><br />
Die Kuh im Propeller (Michail Sostschenko) (4:32)</a></p>
<p>Könnte es sein, dass wir beim Thema Enterprise 2.0 gerade ähnlich vorgehen? Der Kern unserer „2.0 Revolution“ sind begeisternd einfache und effektive Tools zur Zusammenarbeit und Kommunikation. Diesen Kern nimmt man leider kaum noch wahr, ob des konzeptionellen Ballasts, den wir in all unserer Euphorie darüber gestülpt haben. 3 Beispiele:</p>
<p><span id="more-362"></span><strong>1. Die Auflösung der Hierarchien</strong></p>
<p>Die Anzahl der Artikel, die ein Verschwinden der Hierarchien im Enterprise 2.0 prophezeien sind ungezählt. Was für einige (kleine) Unternehmen der technologischen Avantgarde vielleicht noch verlockend klingt, ist für jede mittelständische Geschäftsführung ein glatte Horrorvision. Die Offenheit des Web 2.0 schafft mehr Transparenz und Sichtbarkeit, unabhängig von der Einordnung in eine organisatorische Struktur. Dadurch entfällt sicherlich teilweise das alte Führungsprivileg der Informationshoheit, doch sind nicht auch Faktoren wie widersprüchliche Meinungen, menschliches Machtstreben und unterschiedliche individuelle Arbeitsstile Begründung für die Existenz von Hierarchien – gerade in großen Unternehmen? <a href="http://www.besser20.de/selbstorganisation-ist-keine-befreiung-von-disziplin-und-bewertung/39/" target="_blank">Selbstorganisation ist die höchste Form der Abstimmung</a> &#8211; nur wenige wollen und werden diesen Grad der Vollendung erreichen.</p>
<p>Auch schon bei früheren technologischen Entwicklungen wurde deren Auswirkung auf die Struktur eines Unternehmens weit überschätzt (siehe zum Beispiel <a href="http://www.besser20.de/enterprise-20-und-der-angriff-auf-die-hierarchien/37/">hier</a>).  Wer heute vernetzt arbeitet, der tut das aus der Überzeugung seine Arbeitsergebnisse zu verbessern, und nicht, weil eine Technologie ihn dazu getrieben hat. Wenn aus der Nutzung neuer Informationstools ein Wegbrechen der Hierarchien geschlussfolgert wird, dann wedelt hier der Schwanz mit der Kuh.</p>
<p><strong>2. Die Kulturrevolution</strong></p>
<p>Ohne Frage stellen sich kulturell innerhalb einer Organisation ganz neue Herausforderungen verglichen mit dem offenen Internet. IT Abteilungen waren bislang in erster Linie damit beschäftigt, auf Anforderungen nach Datenschutz, Sicherheit und Compliance zu reagieren und vor allem abzuschotten. Kein Wunder, dass Web 2.0 Anwendungen, deren Grundprinzipien Offenheit und Dynamik sind, hier einige entscheidende Fragen aufwerfen und ein Umdenken erfordern. Die Nutzung von Social Software wird sicherlich nicht spurlos an der Kultur eines Unternehmens vorbeigehen und spannende Denkprozesse auslösen, aber eine Kulturveränderung ist keine Eingangsvorraussetzung für die erfolgreiche Nutzung von Social Software.</p>
<p>Vielleicht sollten wir versuchen von der Kultur als Sammelbegriff wegzukommen, denn darunter liegen Themen, die viel konkreter und damit besser zu adressieren sind: Berechtigungen, Zugriff, Identität, Struktur, Governance,…</p>
<p><strong>3. Die Invasion der Digital Natives</strong></p>
<p>Wir definieren eine neue Gruppe von Überfliegern ausschließlich anhand Ihres Geburtsdatums. Wer mit den neuen Medien aufgewachsen ist und diese scheinbar automatisch mit der Muttermilch verinnerlicht hat, der wird sich traumwandlerisch sicher in der neuen Informations- und Kommunikationskultur bewegen können. Im praktischen Alltag treffen wir jedoch sowohl auf den ignoranten Absolventen einerseits und den extrem aufgeschlossenen Vorrentner andererseits. Man darf bezweifeln, dass das Alter allein dafür verantwortlich ist, wie aufgeschlossen und kompetent in der Mediennutzung wir unserer Umwelt begegnen. Bleibt die Frage nach dem Anspruch der „Digital Natives“ an Ihren Arbeitsplatz. Die Erwartungshaltung junger Mitarbeiter an den zukünftigen Arbeitgeber ist nicht in erster Linie eine Social Software Infrastruktur. Sie erwarten, was jeder gerne will: nette Kollegen, Entwicklungsmöglichkeiten und eine offene Kultur. Social Software trägt dazu einen kleinen Teil bei und ist im besten Fall ein Indiz, dass auch die anderen Punkte gegeben sein könnten.</p>
<p><strong>Die richtigen Botschaften finden</strong></p>
<p>Grigori Kossonossow und Diskussionen zur Sinnhaftigkeit des Flugwesens gehören heute der Geschichte an. Otto Lilienthal hat im Jahr 1891 seinen ersten Gleitflug unternommen und mehr als 30 Jahre später entwickelten sich die ersten kommerziellen Luftfahrtgesellschaften.</p>
<p>Noch einmal: Der Kern unserer „2.0 Revolution“ sind begeisternd einfache und effektive Tools zur Zusammenarbeit und Kommunikation. Deren Einsatz in unterschiedlichen Unternehmensszenarien und deren inhaltliche und technische Integration muss weiter optimiert und konkretisiert werden, um allgemeingültige und akzeptierte Vorteile sicherzustellen.</p>
<p>Es kommt ja nicht so selten vor, dass man einem aufgeschlossenen Gesprächspartner das Thema Enterprise 2.0 erklären soll. Wer das tut, hat sicher eine ganze Liste von Punkten, die dabei wichtig und erwähnenswert sind. Die drei beschriebenen Beispiele sind valide Aspekte, aber eine pauschale Diskussion hilft uns nicht, Enterprise 2.0 greifbarer zu machen.</p>
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